Handhabung der Patienteneinverständniserklärung | Forum

Jörg Eberling
Jörg Eberling Jun 12 '18

ALBIS hat ja nun eine recht einfache Möglichkeit geschaffen beim Patienten zu notieren, dass er sein Einverständnis im Rahmen der DSGVO gegeben hat.

Dazu aber meine Frage an die MFA-Kolleginnen:
Wie handhabt ihr das in der Praxis? Wird der Patient (mündlich) gefragt?
Habt ihr ein Formular, das der Patient unterschreibt?
Und wenn, woher habt ihr dieses Formular und
was macht ihr mit diesem Formular - abheften, einscannen, ???

Bin mal sehr gespannt, ob ich auf diese Frage ein paar mehr Antworten bekomme.

Allen eine erfolgreiche Restwoche
Jörg Eberling

Robert Geier
Robert Geier Jun 17 '18

Hallo Herr Eberling!
Erste Antworten: Wir haben ein DIN-A4-Blatt mit der Kurzfassung der Einverständniserklärung. Dazu gibt es den ausführlichen Text auf zwei DIN-A4-Seiten an mehreren Stellen in der Praxis ausliegen (laminiert), aushängen und eingesteckt in Aufstellern. Wir haben uns externe Beratung dazu eingekauft (aber naja, nur mäßig zufrieden). Die Kurzfassung unterschreibt der Patient, dann wird eingescannt und geschreddert.

Noch zwei Anmerkungen: a) Außer massivem Aufwand, Kosten und ständig den Mund-fusselig-reden bringt hier DSGVO null und nix. Wer nicht unterschreibt, muss sofort bar bezahlen (wir dürfen ja nix speichern - verstößt dies gegen das Koppelungsverbot?). Wir haben uns vorher zur Datensicherheit Mühe gegeben und tun dies auch weiter.. Auch die Patienten wissen das - eine sagte: Ich bin Rechtsanwältin und unterschreibe Ihnen dies, ohne es zu lesen.
b) Die Albis-Funktionalität ist sehr ungelungen, dazu später mehr.

Jörg Eberling
Jörg Eberling Jun 18 '18

Hallo und moin moin Herr Geier!

Vielen Dank für Ihr Feedback.
Den Weg, ein Schriftstück zu erstellen, es unterschreiben zu lassen um es dann einzuscannen und das Papier zu vernichten, sind wir auch gegangen. Bei der Formulierung haben wir uns ohne externe Hilfe sehr viel Mühe gegeben und bei der Umsetzung in Albis war die Verbindung zu/mit Word sehr hilfreich.

Sie schreiben von "der" Einverständniserklärung. Hatten Sie ein Muster oder eine Vorlage? Ich habe da nichts Passendes gefunden. OK, vielleicht war ich einfach nur zu blöd zum suchen.

Die DSGVO halte ich zwar derzeit für etwas lästig aber insgesamt für sehr notwendig und für die derzeitigen europäischen Verhältnisse ausgesprochen weitgehend - wenn auch telweise etwas schwammig formuliert. Auf Ihre Kritik zur Umsetzung in Albis bin ich sehr gespannt.

Bis dahin eine erfolgreiche Woche

Jörg Eberling

Stefanie Wigge
Stefanie Wigge Nov 20 '18
Ich lese hier ganz gespannt mit. Wie handhaben Sie es mit der Recall-Vereinbarung? Werden Patienten bei Ihnen für anstehende Vorsorgeuntersuchungen angeschrieben? (Mit oder ohne Unterschrift zur Einverständnis? )
Viele Grüße 

Stefanie Wigge 
Hilde Ulrich
Hilde Ulrich Nov 20 '18
Hallo Herr Eberling,
unsere Patienten bekommen ein doppelseitig bedrucktes DIN A4 Blatt mit allen rechtlichen Hinweisen zur DSGVO zum unterschreiben. Diese werden gescannt und anschließend (natürlich datengerecht) geschreddert. Vorlagen zur DSGVO kann man auf den Seiten der KVNO herunterladen und für die eigene Praxis modifizieren.
Viele Hinweise und Tips stellt die KVNO zu diesem Thema zur Verfügung.
Zusätzlich zum Icon, dass Albis zur Verfügung stellt, haben wir noch eine Gruppe „DSGVO unterschrieben“ eingerichtet. Dann sieht man gleich in der Übersicht im virtuellen Wartezimmern, ob der Patient unterschrieben hat.
Ich habe an einer DSGVO Fortbildung bei der KV teilgenommen und mein Konsenz lautet: 100%ige Umsetzung der Richtlinien ist faktisch unmöglich, andererseits wird auch nie so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Liebe Grüsse Hilde Ulrich
Jörg Eberling
Jörg Eberling Nov 26 '18

Hallo und moin moin Frau Ulrich!

Besten Dank für den Hinweis auf die KVNO. Den Link zum lesen der diversen Hinweise habe ich mir gleich mal ins Lesezeichen genommen. Als ich mich in den Sommerferien mit dem Thema befasst habe, waren die Hinweise der KVen noch etwas dürftigen; aber egal. Kustig finde ich, dass Anfang November die PVS bei uns auf der Matte stand um uns deren zweiseitige Erklärung mit der Begründung an zu dienen, die Patienten könnten andernfalls die Zahlung verweigern. Den Text sollte man sich mal in aller Ruhe "reinziehen" (stelle ich bei Bedarf gerne jedem zur Verfügung). Da hat sicher ein Rechtsanwalt ziemlich gutes Geld verdient; und so liest sich das auch.

Den Tipp mit der Patientengruppe muss ich mal ausprobieren, denn derzeit sind bei uns (noch) keine Gruppen eingerichtet; aber an das Thema muss ich demnächst wohl mal ran. Ihrem Schlußsatz kann ich nur in vollstem Umfang zustimmen. Wichtig scheint zu sein - so mein Fazit - dass man sich überhaupt mit dem Thema auseinander setzt und mal anfängt.

Ihnen eine erfolgreiche Woche sowie eine schöne Adventszeit.

Libe Grüße Jörg Eberling